Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg


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Vortrag ueber Gauß

Pressespiegel > 2008

Die Konstruierbarkeit des 17-Ecks für jeden begreifbar

Vortrag über das Schaffen von Carl Friedrich Gauß

von Roland Wozniak, erschienen im „Freien Wort“ am 11. 9. 2008


Nach der Sommerpause im August ging es dieser Tage mit der populärwissenschaftlichen Vortragsreihe am Museum der Sternwarte Sonneberg weiter. Museumsleiter Thomas Weber war erfreut, denn rund 50 Interessierte folgten den Ausführungen von Dr. Axel Wittmann über Carl Friedrich Gauß und die Astronomie.

Dr. Axel Wittmann begann seine wissenschaftliche Laufbahn Anfang der 1960er Jahre an der Sternwarte Sonneberg. Einen Teil seiner Ausbildung hat er noch unter Cuno Hoffmeister persönlich erhalten. Er forschte anschließend jahrzehntelang am Institut für Sonnenphysik der Uni Göttingen. Als Geschäftsführer der Gauß-Gesellschaft fühlt er sich der Erhaltung des Vermächtnisses Carl Friedrich Gauß' besonders verpflichtet. So ging es speziell auch um das Lebenswerk des berühmten Mathematikers.

„Gauß hat die Konstruierbarkeit des 17-Ecks nachgewiesen", war zu erfahren, ein Unterfangen welches Kepler noch für unmöglich hielt. Der historische Exkurs wurde mit dem entsprechenden Bildmaterial belegt. So waren neben dem Geburtshaus von Gauss auch die alte Göttinger Sternwarte die 1748 auf einem Turm der Stadtmauer errichtet wurde, zu sehen. Das Talent von Gauß zeichnete sich bereits in der Schule ab. Seine Lehrer waren bereits oft von ihren Schüler überfordert. Herzog Carl Wilhelm Ferdinand ein Freund der Wissenschaft gab dem jungen Studiosus ein Stipendium und ermöglichte ihm eine Ausbildung in Göttingen.

Nicht sein mathematisches Tagebuch oder Herleitung komplizierter Formeln machten Gauß später weltberühmt, sondern wohl eher die Herleitung der Ostersonntagsformel. Der Rhythmus des Zusammenspiels von erstem Frühlingsvollmond und einem Sonntag, das Wissen wann durchschreitet die Erde in welchem Jahr den Frühlingspunkt, was ist der Sonntagsbuchstabe und was ist die Goldene Zahl, dieses Regularium welches zuvor aus komplizierten Tabellen abgelesen werden musste, fasste Gauß in einen mathematischen Algorithmus und veröffentlichte im Jahre 1800 die Ostersonntagsformel.

Ebenso zur Sprache kam das Gaußsche Verfahren der Himmelsmechanik wonach bei Neubeobachtungen lediglich die Korrekturen zu berechnen waren. So lag Gauß als einziger richtig, als er für den ersten Januar 1801 den Standort des Asteroiden Ceres berechnete. Ein Himmelskörper, der als „fehlender Planet" zwischen Mars und Jupiter zwar schon seit Jahren gesucht wurde, aber nach seiner Entdeckung durch Piazzi für Monate der entschwunden war. Die Göttinger Sternwarte galt von 1807 bis 1855 unter der Direktion des weltberühmten Mathematikers, Astronomen, Geodäten und Physikers Carl Friedrich Gauß als die bedeutendste Sternwarte Deutschlands. Architektonisch ist sie der alten Sternwarte Seeberg bei Gotha nachempfunden. Gauß machte sich aber auch bei der Landvermessung verdient und gemeinsam mit Weber arbeitete er an der Entwicklung des elektromagnetischen Telegraphen, einem Vorläufer der späteren Telefaxgeräte oder heutiger SMS. Für die Übertragung von 30 Buchstaben brachte Gauß damals allerdings noch viereinhalb Minuten.

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