Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg


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Vortrag ueber Galileo Galilei

Pressespiegel > 2009

Galileo Galilei: Mathematiker, Physiker und Astronom

von Roland Wozniak, erschienen im "Freien Wort" am 27. März 2009


Thomas Weber, Leiter des Astronomiemuseums an der Sternwarte widmete sich jüngst bei seinem Vortrag dem Mensch, Forscher und Rebell, Galileo Galilei. Dabei zeigte er den italienischen Mathematiker, Physiker und Astronom in seinem historischen und gesellschaftlichen Umfeld und spannte den Bogen vom wissenschaftlichen Umfeld jener Zeit bis zu den Konflikten mit dem spätmittelalterlichen Klerus.

Am 15. Februar 1564 wurde Galileo geboren. Sein Vorname leitet sich vom Familiennamen Galilei ab, war es doch damals Sitte, dass der älteste Sohn die Einzahlform des Familiennamens, als Vornamen erhält. Vater Vincenzio war ein hervorragender Musiker und gebildeter Musiktheoretiker. Galileo war außergewöhnlich talentiert, und lernte schon zeitig die Laute. Als Novize in einem Kloster erzogen zeigte Neigung, in den Benediktiner Orden einzutreten, wurde aber von seinem Vater nach Hause geholt und 1580 zum Medizin-Studium nach Pisa geschickt. Nach vier Jahren brach er sein Studium ab und ging nach Florenz, um Mathematik zu studieren. Er bestritt seinen Lebensunterhalt mit Privatunterricht, beschäftigte sich mit angewandter Mathematik, Mechanik und Hydraulik und begann, in den gebildeten Kreisen der Stadt mit Vorträgen und Manuskripten auf sich aufmerksam zu machen. 1592 wurde er auf den Lehrstuhl für Mathematik in Padua berufen und blieb dort 18 Jahre lang. Als einer der ersten Menschen nutzte Galilei ein Fernrohr zur Himmelsbeobachtung. Mit ihm begann die Teleskop-Astronomie. 1616 gerät Galileo in Konflikt mit der gültigen Lehrmeinung der Kirche. Einige nichttheologische Schriften über das kopernikanische Wertsystem werden verboten Von Kardinal Robert Belarmin wird er nachdrücklich gewarnt, dieses System allenfalls als Hypothese zu diskutieren.

1623 wird Galileis Förderer Kardinal Maffeo Barberini zum Papst gewählt und regte Galilei zum Verfassen des Dialogs über die zwei Weltsysteme an. Dennoch geriet Galilei in die Fänge der Inquisition, 1633 wurde ihm der Prozess gemacht. Er widerrief und wurde zu Kerkerhaft verurteilt. Nach einem Jahr wurde das Urteil in Hausarrest umgewandelt. Galilei hatte Publikationsverbot, 1638 kam es zur Erblindung und 1642 starb er.
Galilei wollte die Kirche nicht widerlegen oder spalten, sondern sie vor dem Irrtum bewahren, dass die Anhänger des Aristoteles unfehlbar seien. Doch zur Rehabilitierung kam es erst viel später. 1979 wird im Auftrag von Papst Johannes Paul II. der Fall neu aufgearbeitet. Der Papst will das gegenseitige Missverstehen von Kirche und Wissenschaft heilen, am zweiten November 1992 wurde Galileo Galilei formal rehabilitiert.

Unzählige Veranstaltungen widmen sich im Jahr der Astronomie der Pioniertat des Galileis. So auch an der Sternwarte Sonneberg. Zum „Tag der Astronomie 2009", öffnen sich am kommenden Samstag, 4. April, ab 13 Uhr die Tore. Es besteht die Möglichkeit der Kuppelbesichtigung und der Sonnenbeobachtung. Um 15 Uhr widmet sich ein Vortrag der Sonnenbeobachtung mit den Mitteln der Amateurastronomen. Um 15:15 Uhr und 17:00 Uhr geht es zu einem computeranimierten und kindgerechten Rundflug durch das Sonnensystem. Ab 19 Uhr widmet sich eine kulturgeschichtliche Betrachtung den Sternbildern und ab 20 Uhr gibt es im Vortrag „Astronomisches und Astronautisches im internationalen Jahr der Astronomie“. Zwischen 21 Uhr und Mitternacht besteht an zwei Fernrohren die Möglichkeit der Himmelsbeobachtung. Bei bedecktem Himmel wird ein attraktives Ersatzprogramm geboten. Und am darauf folgenden Montag, 6. April, steht um 19 Uhr der nächste Vortrag an. Monika Maintz von der Astronomieschule Heidelberg wird über die Astronomie der Babylonier sprechen.

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