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Wie unsere Vorfahren früher navigierten
Über Längengrad und Eroberung der Welt
von Roland Wozniak, erschienen im „Freien Wort“ am 6. 12. 2008
Trotz heftigen Schneetreibens und glatter Straßen fanden Montagabend rund 20 Astronomie-
Referentin war Mechthild Meinike. Die Diplomingenieurin ist Mitarbeiterin am Planetarium in Halle und hat sich intensiv mit der Geschichte der Lösung des Längengradproblems befasst. "Die Eroberung der Welt fand anfänglich auf dem See-
Die Referentin veranschaulichte ihre Ausführungen nicht nur mit historischem Bildmaterial, sondern sie präsentierte auch Instrumente wie den Jakobsstab oder einen Sextanten. Schon die Könige folgten dereinst dem Stern auf ihrem Weg zur Krippe in Bethlehem. Bereits 150 Jahre nach Christus teilte Ptolemäus die Erde in 180 parallele Breitenkreise und 360 Längenkreise ein. Seit Aristoteles weiß man, dass der Umfang der Erde rund 40 000 Kilometer beträgt, aber die genaue Positionsbestimmung war über Jahrhunderte weg ein unlösbares Problem.
"Mit der Einteilung in Sternbilder schufen sich die Menschen eine Ordnung, die zur zeitlichen und räumlichen Orientierung diente", so Meinike. Speziell auf hoher See war das genaue Bestimmen der Zeit die wichtigste Voraussetzung für eine genaue Navigation. Aus der Differenz der heimischen Zeit zur am jeweiligen Punkt auf der Erde herrschenden Ortszeit ließen sich die östliche und westliche Entfernung vom Ausgangspunkt ermitteln. Eine Stunde Differenz bedeutet 15 Längengrade Entfernung vom Ausgangspunkt, am Äquator bedeutet ein Grad Abweichung bereits 60 Seemeilen, das sind rund 111 Kilometer. Es wurden hohe Zielprämien ausgelobt für denjenigen, der das Längengradproblem löst. So versprach Königin Anne von England in der "Longitude Act" von 1714 demjenigen 20 000 Pfund, der die Ungenauigkeit der Messung auf ein halbes Grad reduziert. "Neben vielen namhaften Gelehrten beteiligten sich auch zwei Geistliche aus der Universitätsstadt Halle am Wettstreit um die genialste Lösung des so genannten Längengradproblems ihre naturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema gewährt uns Einblick in ihre Vorstellungswelt und vergangenes Zeitgeschehen.
Viele wissenschaftliche Erkenntnisse sind uns heute selbstverständlich. So erscheinen uns die Denkmodelle, Methoden und Instrumentarien aus längst vergangenen Zeiten zum Teil recht kurios. Aber auch die Lebensumstände der vor 400 Jahren lebenden Menschen sind für uns heute nur schwer vorstellbar", erklärte Frau Meinike, die sich diesen beiden Landsleuten besonders widmete.
Thomas Weber präsentierte einen Chronografen aus dem 18. Jahrhundert, der zur Zeitbestimmung verwendet wurde. „Damit hat noch Cuno Hoffmeister gearbeitet", so der Leiter des Astronomiemuseums.
Und trotz ständiger Verbesserung der Messgenauigkeit seit Erfindung des Sextanten 1731 in Verbindung mit der Harrison-