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Pressespiegel > 2009
Kindern die Sterne nahe bringen
Sternwarte Sonneberg bietet Kindern und Jugendlichen ein besonderes Programm an
von Roland Wozniak, erschienen in „Freien Wort“ am 23. April 2009
Weltweit wird dieses Jahr das Internationale Jahr der Astronomie begangen. In über 130 Jahren wird dieses von der UNO ausgerufene Themenjahr mit Leben erfüllt. So gibt es in diesen Jahr auch an der Sternwarte Sonneberg einige zusätzliche Angebote. Nicht nur nächtliche Sternenbeobachtung steht auf dem Programm der Freunde des Astronomiemuseums. Ein wesentlicher Punkt ist auch die Nachwuchsarbeit und Wissensvermittlung für die Jüngsten.
Besonderes Augenmerk legen die Freunde der Sternwarte und Mitarbeiter des Astronomiemuseums auf eine kindgerechte Aufarbeitung und Vermittlung der Themen. „Für Schulen und Kindergärten bieten wir in Absprache mit den Lehrkräften und Gruppenbetreuern altersgerechte Veranstaltungen zu Themen an, für die im Unterricht nur wenig Zeit zur Verfügung steht“, so Thomas Weber. Weiter erklärt der Leiter des Astronomienmuseums: „Unsere Angebote sind an dem pädagogischen Konzept Bildung für eine nachhaltige Entwicklung orientiert und auch zur Unterstützung von Projekttagen oder Projektwochen geeignet. Es geht um Themen aus den Bereichen Astronomie, Biologie, Geografie, Geschichte, Heimatkunde und Physik.“ Für Kinder besonders interessant ist der kindgerecht moderierte computeranimierte Rundflug durch das Sonnensystem. Durch ihn erhalten die jungen Gäste nicht nur einen Einblick in die Welt der Planeten und ihrer Monde, sondern auch eine Ahnung von der Einzigartigkeit und Verletzlichkeit unserer Erde. Dieser Programmpunkt ist bereits für Kinder ab vier Jahren geeignet, war zu erfahren. „Des Weiteren basteln wir unter anderem mit unseren Besuchern Sonnenuhren und bieten bei günstiger Witterung Beobachtungen der Sonne am Tage an und lernen gemeinsam den Sternhimmel bei Nacht kennen.
„Für Kindergartengruppen, Schulklassen und ähnliche Gruppen öffnen wir nach Absprache unser Museum auch vormittags und abends. In unserer Nachbarschaft befinden sich preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten für Kinder- und Jugendgruppen. Bei der Vermittlung von Unterkünften sind wir gern behilflich“, berichtet Weber.
Besonders die Erhaltung und der Schutz unseres Planeten liegt Weber am Herzen, wenn er zum Beispiel seinen Vortrag über die Satellitenbeobachtung aus dem All für die jüngeren Gäste neu überarbeitet und konzipiert. Eindrucksvoll und gespenstisch zugleich präsentiert Thomas Weber Satellitenaufnahmen unserer bedrohten Erde. Da ist unser nächtlicher Planet zu sehen. Das Glitzern und Funkeln über Westeuropa und über Nordamerika rührte von den unzähligen Straßenlampen der großen Metropolen, quer über Afrika, ein purpurrotes Leuchten, hervorgerufen von Waldbränden, Buschfeuern und Brandrodungen, im fernen Sibirien ein fast ein giftgrünes Leuchten von den brennenden Erdgasfeldern. Nähere Bildausschnitte zeigten den Smog in Südostchina; die Dunstschwaden stauten sich am Himalaja und zogen dann aufs offene Meer. Erschreckend die Bilder vom Amazonas: Noch vor 25 Jahren ein einziges Urwaldgebiet, wurden riesige Flächen gerodet; paradoxerweise auch dafür, um Pflanzen anzubauen. Es waren die Zerströrungen durch Flutkatastrophen zu sehen, aber auch der nicht kalkulierbare Einschnitt am Yangtze-Fluss in China, wo ein riesiger Staudamm entsteht. Umweltprobleme, von denen jeder tagtäglich in den Medien hört und sie dann doch aus dem Bewusstsein verdrängt, bekommen mit diesen Bildern ein Gesicht.
Unsere Atmosphäre, keine siebzig Kilometer hoch, wirkt aus dem All wie ein hauchdünner Schutzfilm. Nimmt man den Globus als Modell, so hat die Atmosphäre nicht einmal die Dicke der verwendeten Lackschicht. „Auch der höchste Schornstein endet in der Atmosphäre", bringt Thomas Weber das sensible Problem auf den Punkt. Weber hofft auf eine rege Inanspruchnahme dieser speziell für Kinder und Jugendliche aufgearbeiteten Angebote.